Was sind die digitalen Mindestanforderungen für ein Fachhandwerksunternehmen im Jahr 2016?

Wo stehen die Handwerksunternehmen in Sachen Digitalisierung heute? Manche sind bereits weit vorne mit dabei. Einige haben sich auf den Weg gemacht. Nicht wenige sind zurückhaltend oder versuchen auszusitzen, was man nicht aussitzen kann – die Digitalisierung der eigenen Zukunft.

Abläufe im Unternehmen verändern sich, Kundenanforderungen werden immer individueller und der Druck noch produktiver zu werden, steigt kontinuierlich. Diesen Faktoren Rechnung zu tragen erfordert den Einsatz und die Vernetzung „von allem mit jedem“. Gemeint sind hier digitale Werkzeuge wie zum Beispiel Smartphone, Tablets, Notebooks oder Services aus der Cloud.

Also, die Digitalisierung ist da und sie wird auch nicht mehr verschwinden. Deshalb macht es für jeden Inhaber, Meister bzw. Entscheidungsträger Sinn, sich mit folgenden Aspekten bzw. Anforderungen zu beschäftigen!

Die Erkenntnis, dass man seine eigene Transformation nicht delegieren kann

Was folgt einer guten Erkenntnis? Die Frage nach der Umsetzung. Also: Checken, (über)prüfen oder analysieren Sie als erstes, wie es um den sogenannten digitalen Reifegrad Ihres Unternehmens bestellt ist. Zum Beispiel stellt Ihnen Richter+Frenzel ein Werkzeug in Form eines Online-Checks zur Verfügung das Ihnen hierbei hilft. Mit diesem Check können Sie ein „Gefühl“ dafür entwickeln wo Sie in Sachen Digitalisierung gerade stehen. Der Aufwand ist mit rund 15 bis 20 Minuten überschaubar, der Nutzen ist, aufgrund der umfänglichen Auswertung, hoch.

Natürlich lässt sich der Reifegrad Ihres Betriebs auch durch Analyse und Gespräche ermitteln. In der Regel braucht es aber dazu externe Unterstützung.

In einem nächsten Schritt ist es möglicherweise sinnvoll, eine „Arbeitsgruppe“, bestehend aus motivierten Mitarbeitern, ins Leben zu rufen, die bereit sind, gemeinsam einen „digitalen Fahrplan“ zu entwickeln. Ob mit Unterstützung von außen hängt sicherlich auch von der Qualifikation und Innovationsfähigkeit der „Arbeitsgruppe“ ab.

In jedem Fall sind hier frische Ideen, Kreativität und das Wissen um die Möglichkeiten von digitalen Werkzeugen die Wirkungsbeschleuniger die es braucht, um Worten Taten folgen zu lassen.

Apropos digitalen Fahrplan entwickeln! Man konzentriert sich zunächst auf die Bereiche im Betrieb die den größten Handlungsbedarf haben. Die meisten Transformationsprozesse beginnen mit der Kundenbetrachtung. Dann wird häufig der Fokus auf die Arbeitsabläufe und Mitarbeiter gelegt. Die „Überarbeitung“ bestehender Geschäftsmodelle bzw. die Entwicklung ganz neuer Geschäftsfelder entsteht häufig intuitiv. Egal wo man beginnt – es ist sehr wichtig sich nicht zu verzetteln und beispielsweise durch eine zu weit gefasste Strategie die eigentlich dynamische Entwicklung der digitalen Transformation im Keim zu ersticken.

Es gilt, ein Bewusstsein für die neuen Anforderungen seiner Kunden zu entwickeln

Kunden verfügen über ein „Machtmittel“ namens Internet! Waren gestern Kontaktpunkte noch das Telefon, die E-Mail-Adresse oder das Erstgespräch im Betrieb, wollen immer mehr Kunden den schnellen „Klick“ – am besten mit noch schnellerer Rückmeldung von Ihnen. Was wird heute konkret erwartet? Eine personalisierte, inhaltlich aktuelle Website die für mobile Endgeräte optimiert ist. Ferner stehen weitere digitale Kontaktpunkte über die sozialen Medien hoch im Kurs. Welche die für Sie am geeignetsten sind hängt vom Budget und Ihren Ressourcen ab. Dass Sie mit der digitalen Dokumentation Ihres Auftrags oder der papierlosen Rechnungsstellung beim Kunden punkten dürfte außer Frage stehen.

Immer mehr entwickeln Kunden aufgrund der Transparenz, sprich der vielfältigen Recherche- und Informationsmöglichkeiten des Internets, ein sozusagen „digitales Gefühl“ dafür, wer „ihr“ Handwerker sein könnte. Stichwort Augenhöhe – Gleiches und Gleiches gesellt sich gerne!

Deshalb sind die digitalen Gepflogenheiten und den damit einhergehenden Erwartungen ihrer Kunden ein ernst zunehmender Wettbewerbsfaktor den man bitte nicht (mehr) außer acht lassen sollte.

Die Motivation in internetbasierte Technologien zu investieren

Ohne Zweifel kann die Digitalisierung jedem Unternehmen, unabhängig seiner Größe, helfen, Wertschöpfung in größerem Maßstab zu denken. Das hängt allerdings davon ab, inwieweit Sie innovative digitale Technologien mit Ihren traditionell gewachsenen Fähigkeiten verbinden.

Im Prinzip ist es nicht sehr schwierig, ein Konzept zu entwickeln, damit klassische Arbeitsabläufe digital optimiert und weiter entwickelt werden können. Zum Beispiel indem ein Erstangebot für eine Küchenrenovierung und Neuausstattung aufgrund von beim Kunden elektronisch erfasster Daten bereits vor Ort erstellt, ausgedruckt und präsentiert wird und nicht erst Tage später im Briefkasten liegt. Wer dann gleichzeitig noch eine 3D-Simulation anbieten kann, die das fertige Ergebnis anschaulich macht, dürfte sich einen psychologischen und weiteren zeitlichen Vorsprung vor möglichen Wettbewerbern verschafft haben.

In der Cloud stehen heute bereits viele Geschäftsanwendungen als „Pay-as-you-go“-Service (Abrechnung nach Verbrauch) über das Internet bereit. Die Nutzung erfolgt über mobile Apps. Mit diesen kann man sofort und ohne komplexe Installationsprozesse arbeiten. Dazu braucht es Tablet oder Smartfone und ein wenig Bandbreite.

Falls Zweifel bestehen, ob das Rechenzentrum eines Cloud-Anbieters den eigenen Anforderungen an die Sicherheit von Daten und Know-how entspricht: Diese Bedenken sind unbegründet, wenn man sich mit einem bewährten, professionellen Dienstleister zusammentut und die Aufgaben, Kosten, Verfahren zu Verfügbarkeit, Datenverarbeitung, Datenspeicherung, Datenschutz, Datensicherheit sowie die Datenherausgabe bei Vertragsende vertraglich festlegt.

Cloud-Dienstleister nutzen modernste Technologien sowohl für den Betrieb als auch für den Schutz ihrer Infrastrukturen, Anwendungen und Verbindungen. Und sie erheben in der Regel den Anspruch, dass ihre IT zu 99,99 Prozent verfügbar ist. Ein
Wert, den eine „normale“ Unternehmens-IT nicht erreicht.

Fazit

Es gibt für die Digitalisierung keine „Patentrezepte“, die man zu gegebener Zeit anwendet. Jedes Unternehmen wird seinen spezifischen Weg „finden“ müssen. Und damit gilt es sich schlicht und ergreifend auseinandersetzen. Zunächst im Kopf. Dann checkt man wo man steht. Dann bewertet man die vorherrschende Situation. Dann geht‘s los.

Andreas R. Fischer ist seit über 20 Jahren Geschäftsführer der G+F Verlags- und Beratungs GmbH. Als Vordenker, Sparringspartner und Umsetzer hilft er KMU und mittelständischen Unternehmen vom „Booster-Effekt“ des digitalen Wandels zu profitieren. Auch in seiner Rolle als Autor und Moderator lebt er die Digitalisierung mit „Haut und Haaren“. Er ist Initiator der Wissens- und Serviceplattform www.digitalize-your-business.de die kleinen, mittleren und mittelständischen Unternehmen Interaktionsangebote, Wissen, Services und Lösungen zur Verfügung stellt, die diese für „ihre“ Digitalisierung benötigen. Auf Twitter kann man ihm unter @business_ticker folgen. In seinem Lebensmodell spielt der Wald seit jeher eine große Rolle. Hier bringt er, gemeinsam mit der Familie, sein Geschäfts- und Privatleben auf einen Nenner. Weitere Informationen: www.gf-mittelstandsexperten.de.